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In der Kindheit frühen Tagen
hört ich oft von Engeln sagen,
die des Himmels hehre Wonne
tauschten mit der Erdensonne …

(aus dem »Wesendonck-Lied« von Richard Wagner)


Die kleine Dorfbauerschaft Gaupel im westlichen Münsterland war meine Wahlheimat. Hier wurde ich am 12. Dezember 1959 geboren. Ein Jahr zuvor hatten meine Eltern bereits meinem Bruder Stefan das Leben geschenkt, und zwei Jahre später gesellte sich noch Alfred hinzu. Unsere ersten Lebensjahre verbrachten wir auf dem Bauernhof meines Großvaters Opa Anton. Das waren wundervolle Jahre in einer idyllischen und für uns Kinder höchst spannenden Umgebung. Als ich gut vier Jahre alt war, zogen wir in die Stadt Coesfeld, da mein Onkel sich verheiratete und damit den Hof übernahm. Das war damals so üblich. Nur ein Jahr später ging Opa Anton auf die Reise zu Omi Antonia. Ich war zu klein, als dass ich seinen Tod begriffen hätte, doch ich erinnere mich immer wieder sehr zärtlich an ihn. Kurz darauf wurde meine Schwester Barbara geboren – und damit war unsere bunte Familie komplett.

Nachdem ich meine Schulausbildung abgeschlossen hatte, folgte eine Ausbildung als Sozialversicherungs-Fachangestellte, um hiernach in den verschiedensten Geschäftsstellen und Positionen einer Gesundheitskasse zu arbeiten. Ich zog vor die Tore Frankfurts, in die Rosenstadt Bad Nauheim. Schließlich wechselte ich im Januar 1991 nach 15jähriger Tätigkeit im Gesundheitskassenwesen endgültig in den klinischen Bereich. Ich arbeitete in einer Fachklinik für Sport- und Sportunfallverletzte eines Freundes, die sich zum damaligen Zeitpunkt in Gründung befand, und engagierte mich im Verbandswesen. Es war im Spätsommer 1995, als ich in genau jener Klinik Thomas kennen und lieben lernte. Da war eine Seelenverwandtschaft – und wir spürten es beide. Binnen weniger Monate suchten wir uns ein gemeinsames Heim und zogen nach Oberbayern. Unsere Liebe fand ihren nächsten Höhepunkt, als wir im Juni 1997 heirateten.

Als am 14. Dezember 1998 unsere Tochter geboren wurde, schien unser Glück unendlich. Wir nannten unser Mädchen Freya – nach der altnordischen Göttin der Liebe und Jugend, Schwester des Gottes Freyr, Gott des Lichtes. Ja, und ab diesem Tag waren wir umgeben von Liebe und Licht. Unser Töchterchen war gerade sechs Wochen alt, als ich meinen Abschluss als Gesundheitsplanerin an der Universität Bielefeld absolvierte. Und genau diese Erfahrungen sollten mich später in eine Klinik bringen, in der die Menschen mit dem Leben oder dem Tod rangen. Seither arbeitete ich als Verwaltungsleiterin in onkologischen und psychosomatischen Fachkliniken.

Unser Glück aber währte nur kurz: Am 23. August 2000 starb unser Töchterchen durch einen tragischen Unfall. Doch da war eine wundersame Kraft, und wir hielten an uns und unserer kleinen Familie fest. "Hand in Hand" wurde zu unserem Leitmotiv. So haben wir es geschafft, nicht nur die ersten 365 Tage, sondern auch die folgenden von Sehnsucht und Herzeleid geprägten Jahre zu überstehen und einen gemeinsamen lichten Weg in all unserer Traurigkeit gefunden. Inspiriert durch die Botschaften unseres Kindes und durch den lieblichen Trost, Freya in unserer Nähe zu spüren und zu wissen, schrieb ich das Buch »Schmetterlingsflüstern – Botschaften einer Kinderseele«.

Heute arbeite ich als Gesundheitsplanerin und freie Autorin. Aufgrund der eigenen durchlebten Trauererfahrung begleite ich außerdem Menschen in Krisensituationen und unterstütze sie in ihrer Trauerarbeit.

 

Nach vielen Jahren, in denen unsere Herzen und unser Zuhause zwar mit unendlicher Liebe erfüllt, aber dennoch verwaist waren, durfte nun nochmals eine zarte Kinderseele einziehen. Überglücklich haben wir am 17. Juni 2007 unser kleines Mädchen aus Indien in unsere Arme schließen dürfen. Vedika Daphne.

Vediaka Daphne

Vedika, Freya’s kleines/großes Schwesterchen, ist fünf Jahre alt und hat ihre ersten fünf Lebensjahre in einem Waisenheim für Mädchen in Mumbai/Bombay zugebracht. Ihr hübscher Name steht in ihrer Heimatsprache Marathi symbolisch für die Umzäunung einer göttlichen Tempelanlage. Einen weiteren Vornamen haben wir unserem kleinen Mädchen dennoch gegeben: Daphne. Da wir der festen Überzeugung sind, dass sich die Seelen ihr Zuhause suchen, erscheint uns der Name Daphne als eine himmlische Ergänzung – und eine zauberhafte Analogie zur gleichnamigen Oper von Richard Strauß, in der die letzten Worte der Daphne erbitten:

»Nehmt mich als Zeichen unsterblicher Liebe ...«

Vedika Daphne

 

 

 

 

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